Jagd pachten in Österreich: Jagdperioden, Voraussetzungen, Wege ins Revier
10. September 2026 · 5 Min. Lesezeit · Jagdgelegenheiten24

Kurz gesagt: In Österreich ist die Jagd Landessache, jedes Bundesland hat ein eigenes Jagdgesetz. Gepachtet wird für eine ganze Jagdperiode: je nach Land sechs, neun oder zehn Jahre. In Kärnten läuft die aktuelle Periode bis Ende 2030, in Niederösterreich bis Ende 2028, in Salzburg hat sie 2025 neu begonnen. Deutsche Jäger dürfen pachten, brauchen aber die Jagdkarte des jeweiligen Landes. Wer zwischen zwei Vergaben sucht, kommt am ehesten über einen Abschussvertrag oder eine frei gewordene Pacht ins Revier.
Wer in Bayern oder Baden-Württemberg lange auf ein freies Revier wartet, schaut irgendwann über die Grenze. Österreich liegt nah, spricht dieselbe Sprache und hat Wildarten, die es in Deutschland kaum gibt: Gams, Steinwild, Auerhahn. Die Regeln sind aber andere, und wer sie nicht kennt, sucht zur falschen Zeit am falschen Ort.
Neun Länder, neun Jagdgesetze
Ein Bundesjagdgesetz wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Jedes Bundesland regelt die Jagd selbst: wer pachten darf, wie lange, wie die Reviere vergeben werden und welche Jagdkarte gilt. Was in Kärnten stimmt, kann in Tirol falsch sein. Klären Sie deshalb jede Frage für das Land, in dem das Revier liegt, und nicht für Österreich insgesamt.
Gemeinsam ist allen Ländern das Grundprinzip: Das Jagdrecht hängt am Grund. Wer genug zusammenhängende Fläche besitzt, in den meisten Ländern 115 Hektar, hat eine Eigenjagd und kann sie selbst nutzen oder verpachten. Alle kleineren Flächen einer Gemeinde bilden zusammen die Genossenschafts- oder Gemeindejagd, die für die Grundeigentümer gemeinsam verpachtet wird.
Der Takt: die Jagdperiode
Anders als in Deutschland läuft eine Jagdpacht in Österreich in der Regel über eine feste Jagdperiode, und in vielen Ländern beginnen alle Genossenschaftsjagden zum selben Stichtag. Das ist der wichtigste Punkt für Ihre Suche: Kurz vor einer neuen Periode kommen sehr viele Reviere auf einmal auf den Markt, dazwischen fast keine.
| Bundesland | Jagdperiode | Aktueller Stand |
|---|---|---|
| Kärnten | 10 Jahre | 2021 bis 2030 |
| Niederösterreich | 9 Jahre | 2020 bis 2028 |
| Salzburg | 9 Jahre | neu seit 2025 |
| Steiermark | 10 Jahre, landesweit einheitlich | |
| Oberösterreich | 6 Jahre, in Rotwildgemeinden 9 | |
| Tirol | 10 Jahre | Beginn je nach Revier |
| Burgenland | 9 Jahre |
Für Vorarlberg und Wien gelten eigene Regeln; fragen Sie dort bei der Bezirkshauptmannschaft nach, wann die nächste Vergabe ansteht.
Die praktische Folge: Wer in Niederösterreich pachten will, sollte sich schon 2027 bei den Jagdausschüssen der Gemeinden melden. In Kärnten ist der nächste Stichtag 2031, in Salzburg sind die Reviere bis in die 2030er Jahre vergeben.
Was Sie als deutscher Jäger brauchen
Die Jagdkarte des Landes. Ohne gültige Jagdkarte darf in Österreich niemand jagen. Die deutsche Jägerprüfung wird anerkannt, eine neue Prüfung ist nicht nötig. Je nach Land gibt es eine Jahresjagdkarte, eine Ausländerjagdkarte oder eine Jagdgastkarte für kürzere Zeit. Mit der Karte werden Sie Mitglied im Landesjagdverband, das ist Pflicht und schließt meist die Jagdhaftpflicht ein.
Pachtfähigkeit. Mehrere Länder verlangen, dass ein Pächter die Jagdkarte des Landes schon eine Weile besitzt. Im Burgenland sind es drei Jahre innerhalb der letzten zehn, dazu ein Mindestalter von 19 Jahren. Wer weit weg wohnt, muss oft einen Vertreter oder ein Jagdschutzorgan vor Ort benennen. Das ist für Pächter aus Deutschland der Regelfall.
Waffen. Für die eigene Büchse brauchen Sie den Europäischen Feuerwaffenpass und den Nachweis, dass Sie zur Jagd einreisen, etwa die Einladung oder den Pachtvertrag.
Drei Wege ins Revier
1. Die Pacht einer ganzen Jagd. Der klassische Weg, aber an die Jagdperiode gebunden. Genossenschaftsjagden werden je nach Land öffentlich versteigert, freihändig vergeben oder dem bisherigen Pächter verlängert. Eigenjagden verpachtet der Besitzer selbst.
2. Der Abschussvertrag. Das österreichische Gegenstück zum Begehungsschein: Der Pächter räumt Ihnen für eine Saison bestimmte Stücke ein, abgerechnet pauschal oder je erlegtem Stück. Für die meisten deutschen Jäger ist das der schnellste Weg in ein Revier, weil er nicht an die Jagdperiode gebunden ist.
3. Die Beteiligung an einer Jagdgesellschaft. Viele Reviere werden von mehreren Pächtern gemeinsam gehalten. Scheidet einer aus, wird ein Platz frei, auch mitten in der Periode.
Was kostet eine Jagdpacht in Österreich?
Der Pachtzins wird meist je Hektar und Jahr gerechnet und hängt vor allem vom Wild ab. Niederwildreviere im Weinviertel oder im Burgenland kosten deutlich weniger als Hochwildreviere im Gebirge mit Hirsch und Gams. Zum Pachtzins kommen Jagdabgabe, Wildschadensersatz, die Fütterung in der Notzeit und der Unterhalt von Hütte und Steigen. Im Gebirge sind diese Nebenkosten oft höher als der Pachtzins selbst.
Lassen Sie sich vor dem Zuschlag die Abschusspläne der letzten Jahre zeigen. Sie sagen mehr über ein Revier als jede Beschreibung, und in Österreich sind sie verbindlich: Was im Plan steht, muss auch erlegt werden.
Wo Reviere vergeben werden
Genossenschaftsjagden werden an der Amtstafel der Gemeinde und in den Mitteilungsblättern ausgeschrieben, oft nur wenige Wochen lang. Auskunft gibt der Jagdausschuss oder Jagdverwaltungsbeirat der Gemeinde, in manchen Ländern die Bezirkshauptmannschaft. Abschussverträge und frei werdende Plätze in Jagdgesellschaften laufen dagegen meist über Bekannte und über Inserate.
Aktuelle Angebote nach Bundesland: Kärnten, Steiermark, Tirol, Salzburg, Niederösterreich, Oberösterreich und Vorarlberg. Ist gerade nichts dabei, legen Sie ein kostenloses Gesuch an. Revierinhaber, die einen Mitjäger suchen, finden Sie dann direkt.
Worauf es im Vertrag ankommt, steht im Ratgeber zum Jagdpachtvertrag.
Häufige Fragen
Dürfen Deutsche in Österreich eine Jagd pachten?
Ja. Voraussetzung ist die Jagdkarte des Bundeslandes, in dem das Revier liegt. Einige Länder verlangen zusätzlich, dass Sie die Karte schon einige Jahre besitzen, und einen Vertreter vor Ort.
Wie lange läuft eine Jagdpacht in Österreich?
Eine Pacht läuft in der Regel über eine ganze Jagdperiode. Die dauert je nach Bundesland sechs, neun oder zehn Jahre, in Kärnten, Tirol und der Steiermark zehn, in Niederösterreich, Salzburg und dem Burgenland neun.
Wann werden in Kärnten die Jagden neu verpachtet?
Die aktuelle Kärntner Jagdperiode läuft vom 1. Jänner 2021 bis zum 31. Dezember 2030. Die Genossenschaftsjagden werden deshalb für die Periode ab 2031 neu vergeben, die Verhandlungen beginnen im Jahr davor.
Brauche ich eine österreichische Jagdkarte?
Ja, auch als Jagdgast. Die deutsche Jägerprüfung wird für die Ausstellung anerkannt. Für einzelne Jagdtage genügt in den meisten Ländern eine Jagdgastkarte, die oft der Revierinhaber für Sie beantragt.
Was ist der Unterschied zwischen Eigenjagd und Genossenschaftsjagd?
Eine Eigenjagd gehört einem einzelnen Grundbesitzer mit genug zusammenhängender Fläche, in den meisten Ländern ab 115 Hektar. Die Genossenschaftsjagd fasst alle kleineren Flächen einer Gemeinde zusammen und wird für deren Eigentümer gemeinsam verpachtet.