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Kosten

Wie verdiene ich Geld mit meinem Land?

15. August 2026 · aktualisiert am 10. September 2026 · 4 Min. Lesezeit · Jagdgelegenheiten24

Kurz gesagt: Grundbesitzer verdienen mit der Jagd über Verpachtung, Begehungsscheine oder Einzelabschüsse. Der Pachtzins liegt je nach Region zwischen 5 und 60 Euro je Hektar und Jahr, 200 Hektar in Hessen bringen bei 30 Euro rund 6.000 Euro. Selbst entscheiden kann nur, wer einen Eigenjagdbezirk ab 75 Hektar besitzt, kleinere Flächen verpachtet die Jagdgenossenschaft.

Wer Wald oder landwirtschaftliche Fläche besitzt, besitzt damit auch ein Jagdrecht. Das ist in Deutschland untrennbar mit dem Grundeigentum verbunden — ausüben darf man es aber nur unter bestimmten Voraussetzungen, und genau daraus ergeben sich die Einnahmemöglichkeiten.

Dieser Text richtet sich an Grundbesitzer, die wissen wollen, was ihre Fläche jagdlich einbringt. Wenn Sie umgekehrt ein Revier suchen, hilft Ihnen eher unser Beitrag dazu, wie man ein Jagdrevier findet.

Zuerst: Was gehört überhaupt Ihnen?

Die entscheidende Grenze verläuft bei 75 Hektar. Wer eine zusammenhängende Fläche in dieser Größe besitzt, hat einen Eigenjagdbezirk und entscheidet selbst, was mit dem Jagdrecht geschieht. In Bayern liegt die Schwelle bei 81,755 Hektar, andere Länder weichen leicht ab.

Alles darunter gehört zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk. Dann sind Sie Mitglied der Jagdgenossenschaft, und die verpachtet gemeinsam. Ihr Anteil am Pachterlös richtet sich nach Ihrer Fläche. Viele Genossenschaften schütten gar nicht aus, sondern verwenden das Geld für Wegebau — worüber die Mitgliederversammlung entscheidet. Wer nie hingeht, verschenkt Einfluss auf sein eigenes Geld.

Die drei Wege

Die Verpachtung bringt planbare Einnahmen über neun oder zwölf Jahre und macht die wenigste Arbeit. Der Pächter übernimmt Hege, Abschussplanung und in der Regel den Wildschadensersatz.

Begehungsscheine vergeben Sie zusätzlich oder statt einer Vollverpachtung, wenn Sie selbst jagen und nur Teile abgeben wollen. Zwei bis drei Scheine decken in vielen Revieren einen erheblichen Teil der laufenden Kosten.

Einzelabschüsse bringen pro Stück am meisten, verlangen aber Betreuung: Der Gast will begleitet werden, das Wild versorgt, die Trophäe behandelt. Das ist eher ein kleines Gewerbe als eine Nebeneinnahme.

Was realistisch drin ist

Die Pachtzinsen unterscheiden sich regional stärker als fast jede andere Größe im deutschen Jagdwesen.

Region Pachtzins je Hektar und Jahr
Nordrhein-Westfalen 25 – 60 €
Bayern 20 – 50 €
Hessen 20 – 45 €
Schleswig-Holstein 20 – 45 €
Sachsen 8 – 20 €
Brandenburg 5 – 15 €

Ein Beispiel: 200 Hektar in Hessen ergeben bei 30 Euro rund 6.000 Euro im Jahr. Dieselbe Fläche in Brandenburg bringt vielleicht 2.000 Euro — dafür sind Reviere dort oft ein Vielfaches größer.

Was Ihre konkrete Fläche einbringt, hängt von mehr ab als vom Bundesland: Wildbestand, Anteil Wald zu Feld, Erreichbarkeit, vorhandene Ansitzeinrichtungen, Entfernung zur nächsten Großstadt. Für eine erste Einschätzung nach diesen Faktoren haben wir einen Verdienst-Rechner gebaut.

Was davon abgeht

Die Bruttozahl täuscht. Rechnen Sie mit:

  • Jagdsteuer. Wird von vielen Landkreisen erhoben, meist als Prozentsatz des Pachtwerts. Wer sie trägt, regelt der Vertrag — verhandelbar.
  • Wildschadensersatz. In den meisten Verträgen trägt ihn der Pächter. Wenn nicht, kann er in Mais- und Weinbaulagen den Pachtzins übersteigen.
  • Unterhalt der Reviereinrichtungen, sofern sie Ihnen gehören.
  • Verwaltungsaufwand, insbesondere bei mehreren Begehungsscheinen statt einer Vollverpachtung.

Der Fehler, der am meisten kostet

Nicht ein zu niedriger Pachtzins. Sondern der falsche Pächter.

Ein Pächter, der den Abschussplan nicht erfüllt, hinterlässt Ihnen Verbissschäden im Wald und Wildschäden auf dem Acker — über neun oder zwölf Jahre. Die paar hundert Euro Mehrerlös beim Zuschlag sind dagegen nichts.

Achten Sie deshalb bei der Auswahl weniger auf das Gebot als auf drei Dinge: Wie weit wohnt der Bewerber entfernt? Kann er Abschusszahlen aus einem früheren Revier vorlegen? Ist er bereit, sich zu Wildschadensregelung und Abschusshöhe schriftlich zu verpflichten?

So gehen Sie vor

Bestimmen Sie die bejagbare Fläche und stellen Sie zusammen, was an Reviereinrichtungen vorhanden ist. Legen Sie fest, was Sie behalten wollen — Eigenjagd, Teilverpachtung, Begehungsscheine.

Dann schreiben Sie aus. Wie das abläuft und was in die Ausschreibung gehört, steht unter Revier anbieten.

Bevor Sie ausschreiben, lohnt ein Blick auf die andere Seite: Unter Gesuche von Jägern steht, wer gerade eine Jagdmöglichkeit sucht — mit Region, Wildart und dem, was er an Mitarbeit einbringen kann. Oft der schnellste Weg zu einem Pächter, und Sie sehen gleich, wie viele Interessenten es in Ihrer Gegend überhaupt gibt.

Häufige Fragen

Wie viel bringt die Verpachtung einer Jagd pro Hektar?

Zwischen 5 Euro in Brandenburg und bis zu 60 Euro in Nordrhein-Westfalen je Hektar und Jahr. Wildbestand, Waldanteil und die Nähe zur nächsten Großstadt verschieben den Wert zusätzlich.

Ab wie viel Hektar habe ich eine Eigenjagd?

Ab 75 Hektar zusammenhängender Fläche, in Bayern ab 81,755 Hektar. Darunter gehört die Fläche zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk.

Was bekomme ich als Mitglied einer Jagdgenossenschaft?

Einen Anteil am Pachterlös nach Ihrer Fläche, sofern die Genossenschaft ausschüttet. Viele verwenden das Geld stattdessen für Wegebau, darüber entscheidet die Mitgliederversammlung.

Wer zahlt den Wildschaden, wenn ich meine Jagd verpachte?

In den meisten Pachtverträgen der Pächter. Das muss aber ausdrücklich im Vertrag stehen.

Welche Kosten gehen vom Pachterlös ab?

Je nach Vertrag Jagdsteuer, Wildschadensersatz, der Unterhalt eigener Reviereinrichtungen und der Verwaltungsaufwand.

Weiterlesen: Begehungsschein vergeben: Checkliste für Pächter und Eigentümer.

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