Wie verdiene ich Geld mit meinem Land?
15. August 2026 · 4 Min. Lesezeit · Jagdgelegenheiten24

Wer Wald oder landwirtschaftliche Fläche besitzt, besitzt damit auch ein Jagdrecht. Das ist in Deutschland untrennbar mit dem Grundeigentum verbunden — ausüben darf man es aber nur unter bestimmten Voraussetzungen, und genau daraus ergeben sich die Einnahmemöglichkeiten.
Dieser Text richtet sich an Grundbesitzer, die wissen wollen, was ihre Fläche jagdlich einbringt. Wenn Sie umgekehrt ein Revier suchen, hilft Ihnen eher unser Beitrag dazu, wie man ein Jagdrevier findet.
Zuerst: Was gehört überhaupt Ihnen?
Die entscheidende Grenze verläuft bei 75 Hektar. Wer eine zusammenhängende Fläche in dieser Größe besitzt, hat einen Eigenjagdbezirk und entscheidet selbst, was mit dem Jagdrecht geschieht. In Bayern liegt die Schwelle bei 81,755 Hektar, andere Länder weichen leicht ab.
Alles darunter gehört zum gemeinschaftlichen Jagdbezirk. Dann sind Sie Mitglied der Jagdgenossenschaft, und die verpachtet gemeinsam. Ihr Anteil am Pachterlös richtet sich nach Ihrer Fläche. Viele Genossenschaften schütten gar nicht aus, sondern verwenden das Geld für Wegebau — worüber die Mitgliederversammlung entscheidet. Wer nie hingeht, verschenkt Einfluss auf sein eigenes Geld.
Die drei Wege
Die Verpachtung bringt planbare Einnahmen über neun oder zwölf Jahre und macht die wenigste Arbeit. Der Pächter übernimmt Hege, Abschussplanung und in der Regel den Wildschadensersatz.
Begehungsscheine vergeben Sie zusätzlich oder statt einer Vollverpachtung, wenn Sie selbst jagen und nur Teile abgeben wollen. Zwei bis drei Scheine decken in vielen Revieren einen erheblichen Teil der laufenden Kosten.
Einzelabschüsse bringen pro Stück am meisten, verlangen aber Betreuung: Der Gast will begleitet werden, das Wild versorgt, die Trophäe behandelt. Das ist eher ein kleines Gewerbe als eine Nebeneinnahme.
Was realistisch drin ist
Die Pachtzinsen unterscheiden sich regional stärker als fast jede andere Größe im deutschen Jagdwesen.
| Region | Pachtzins je Hektar und Jahr |
|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 25 – 60 € |
| Bayern | 20 – 50 € |
| Hessen | 20 – 45 € |
| Schleswig-Holstein | 20 – 45 € |
| Sachsen | 8 – 20 € |
| Brandenburg | 5 – 15 € |
Ein Beispiel: 200 Hektar in Hessen ergeben bei 30 Euro rund 6.000 Euro im Jahr. Dieselbe Fläche in Brandenburg bringt vielleicht 2.000 Euro — dafür sind Reviere dort oft ein Vielfaches größer.
Was Ihre konkrete Fläche einbringt, hängt von mehr ab als vom Bundesland: Wildbestand, Anteil Wald zu Feld, Erreichbarkeit, vorhandene Ansitzeinrichtungen, Entfernung zur nächsten Großstadt. Für eine erste Einschätzung nach diesen Faktoren haben wir einen Verdienst-Rechner gebaut.
Was davon abgeht
Die Bruttozahl täuscht. Rechnen Sie mit:
- Jagdsteuer. Wird von vielen Landkreisen erhoben, meist als Prozentsatz des Pachtwerts. Wer sie trägt, regelt der Vertrag — verhandelbar.
- Wildschadensersatz. In den meisten Verträgen trägt ihn der Pächter. Wenn nicht, kann er in Mais- und Weinbaulagen den Pachtzins übersteigen.
- Unterhalt der Reviereinrichtungen, sofern sie Ihnen gehören.
- Verwaltungsaufwand, insbesondere bei mehreren Begehungsscheinen statt einer Vollverpachtung.
Der Fehler, der am meisten kostet
Nicht ein zu niedriger Pachtzins. Sondern der falsche Pächter.
Ein Pächter, der den Abschussplan nicht erfüllt, hinterlässt Ihnen Verbissschäden im Wald und Wildschäden auf dem Acker — über neun oder zwölf Jahre. Die paar hundert Euro Mehrerlös beim Zuschlag sind dagegen nichts.
Achten Sie deshalb bei der Auswahl weniger auf das Gebot als auf drei Dinge: Wie weit wohnt der Bewerber entfernt? Kann er Abschusszahlen aus einem früheren Revier vorlegen? Ist er bereit, sich zu Wildschadensregelung und Abschusshöhe schriftlich zu verpflichten?
So gehen Sie vor
Bestimmen Sie die bejagbare Fläche und stellen Sie zusammen, was an Reviereinrichtungen vorhanden ist. Legen Sie fest, was Sie behalten wollen — Eigenjagd, Teilverpachtung, Begehungsscheine.
Dann schreiben Sie aus. Wie das abläuft und was in die Ausschreibung gehört, steht unter Revier anbieten. Für den Vertrag selbst müssen Sie nicht bei null anfangen: Unsere kostenlosen Vertragsvorlagen decken Jagdpacht, Begehungsschein und Einzelabschuss ab.
Bevor Sie ausschreiben, lohnt ein Blick auf die andere Seite: Unter Gesuche von Jägern steht, wer gerade eine Jagdmöglichkeit sucht — mit Region, Wildart und dem, was er an Mitarbeit einbringen kann. Oft der schnellste Weg zu einem Pächter, und Sie sehen gleich, wie viele Interessenten es in Ihrer Gegend überhaupt gibt.