Begehungsschein, Jagdpacht oder Einzelabschuss – was passt zu mir?
20. August 2026 · aktualisiert am 10. September 2026 · 4 Min. Lesezeit · Jagdgelegenheiten24

Kurz gesagt: Die Jagdpacht überträgt ein ganzes Revier für meist neun oder zwölf Jahre, mit allen Pflichten, und ist erst nach drei Jahren mit Jahresjagdschein möglich. Der Begehungsschein erlaubt das Jagen in einem fremden Revier für eine Saison oder ein Jahr, ohne Wildschadensrisiko. Beim Einzelabschuss erwirbt man ein einzelnes Stück oder einen Jagdtag, ohne jede Bindung.
Wer eine Jagdmöglichkeit sucht, stößt schnell auf drei Begriffe: Jagdpacht, Begehungsschein und Einzelabschuss. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie lange man gebunden ist, wie viel Verantwortung man übernimmt und wie viel man zahlt.
Dieser Artikel ordnet die drei Wege ein. Was sie jeweils konkret kosten, steht in unserem Beitrag Was kostet ein Begehungsschein?; wo man sie findet, in Wie finde ich ein Jagdrevier?.
Die Jagdpacht
Bei der Pacht übernehmen Sie ein Revier als Ganzes, in der Regel für neun oder zwölf Jahre. Damit kommen auch die Pflichten: Hege, Abschussplanung, Wildschadensregulierung, oft auch Ansitzeinrichtungen und deren Unterhalt.
Das ist der Weg für alle, die ein Revier langfristig prägen wollen. Es ist zugleich der aufwendigste — zeitlich wie finanziell. Der Pachtzins liegt je nach Region zwischen 5 und 60 Euro je Hektar und Jahr; die Spanne zwischen Brandenburg und Nordrhein-Westfalen beträgt den Faktor vier.
Eine formale Hürde kommt dazu: Jagdpachtfähig ist nur, wer seit mindestens drei Jahren einen Jahresjagdschein besitzt. Wer frisch geprüft ist, muss also zunächst einen anderen Weg gehen.
Der Begehungsschein
Ein Begehungsschein erlaubt die Jagdausübung in einem fremden Revier, meist für eine Saison oder ein Jahr. Der Umfang wird zwischen Revierinhaber und Begehungsscheininhaber vereinbart: welche Wildarten, welche Flächen, wie viele Ansitze, welche Mitarbeit im Revier.
Genau diese Vereinbarung sollte schriftlich festgehalten werden. Unklare Absprachen sind der häufigste Grund für Ärger im Laufe der Saison — und in mehreren Bundesländern braucht eine entgeltliche Jagderlaubnis über zwölf Monate zusätzlich die Zustimmung der unteren Jagdbehörde.
Für die meisten ist der Begehungsschein der eigentliche Einstieg: keine Jagdpachtfähigkeit nötig, überschaubare Kosten, kein Wildschadensrisiko.
Der Einzelabschuss
Beim Einzelabschuss wird ein einzelnes Stück Wild oder ein einzelner Ansitztag vergeben. Sie binden sich nicht über die Saison hinaus und übernehmen keine Reviersverantwortung.
Für Jungjäger ohne eigenes Revier oder für Jäger, die selten Zeit haben, ist das oft der realistischste Einstieg. Gerechnet wird meist nach Wildart und Trophäengewicht — fragen Sie vorab nach dem Preis für Fehlabschüsse und danach, wem das Wildbret gehört.
Woran Sie Ihre Entscheidung festmachen
- Zeit: Wie viele Tage im Jahr sind Sie wirklich im Revier?
- Verantwortung: Wollen Sie hegen und planen, oder wollen Sie jagen?
- Bindung: Passt eine Bindung über neun bis zwölf Jahre in Ihre Lebenssituation?
- Budget: Neben dem Pachtzins kommen Wildschäden, Einrichtungen, Jagdsteuer und Fahrtkosten dazu.
- Entfernung: Ein Revier, das zwei Stunden entfernt liegt, bejagt sich schlecht — unabhängig davon, wie günstig es war.
Wer unsicher ist, beginnt mit Einzelabschüssen oder einem Begehungsschein und tastet sich an ein eigenes Revier heran. Diese Reihenfolge ist der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Und aus Sicht des Grundbesitzers?
Dieselben drei Wege sehen von der anderen Seite anders aus. Wer Wald oder Feld besitzt, entscheidet zwischen planbarer Verpachtung, Begehungsscheinen als Teilverwertung und Einzelabschüssen mit dem höchsten Ertrag pro Stück, aber dem meisten Aufwand. Wir haben das in Wie verdiene ich Geld mit meinem Land? aufgeschlüsselt, samt Verdienst-Rechner.
Was in jeder Vereinbarung stehen sollte
Unabhängig davon, wofür Sie sich entscheiden: Halten Sie Umfang, Dauer, Kosten, Wildarten, Abschusszahlen und den Umgang mit Wildschäden schriftlich fest.
Wenn Sie wissen, welche Form zu Ihnen passt: Unter Jagdmöglichkeiten lassen sich Angebote nach Art der Jagderlaubnis filtern. Und wer selbst gefunden werden will, stellt ein Gesuch ein — was andere dort schreiben, zeigen die aktuellen Gesuche.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Jagdpacht und Begehungsschein?
Der Pächter übernimmt das ganze Revier mit Hege, Abschussplan und Wildschaden für neun bis zwölf Jahre. Wer einen Begehungsschein hat, jagt im Revier eines anderen, meist für eine Saison, und trägt kein Wildschadensrisiko.
Was ist ein Einzelabschuss?
Die Erlaubnis, ein einzelnes Stück Wild zu erlegen oder einen einzelnen Ansitztag wahrzunehmen. Abgerechnet wird meist nach Wildart und Trophäengewicht.
Womit sollten Jungjäger anfangen?
Mit Einzelabschüssen oder einem Begehungsschein. Pachten dürfen sie ohnehin erst nach drei Jahren mit Jahresjagdschein.
Was kostet eine Jagdpacht?
Zwischen 5 und 60 Euro je Hektar und Jahr, dazu kommen Wildschäden, Reviereinrichtungen, Jagdsteuer und Fahrtkosten.