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Kosten

Was kostet ein Begehungsschein?

1. August 2026 · 4 Min. Lesezeit · Jagdgelegenheiten24

„Was kostet ein Begehungsschein?" ist die Frage, die auf jedem Jägerstammtisch anders beantwortet wird. Der eine zahlt 400 Euro und darf zweimal die Woche auf Rehwild, der andere 2.400 Euro und bekommt dafür ein festes Pirschbezirk mit Rotwildfreigabe. Beide haben einen Begehungsschein — verglichen haben sie trotzdem nichts.

Deshalb zuerst das Wichtigste: Der Preis sagt für sich genommen nichts. Was zählt, ist das Verhältnis von Preis zu Umfang.

Was Sie für Ihr Geld bekommen

Ein Begehungsschein ist eine Jagderlaubnis: Der Revierinhaber räumt Ihnen das Recht ein, in seinem Revier zu jagen. Wie weit dieses Recht reicht, ist frei verhandelbar — und genau darin unterscheiden sich die Angebote.

Diese fünf Punkte bestimmen den Wert:

  • Welche Wildarten freigegeben sind. Rehwild allein ist etwas anderes als Reh-, Schwarz- und Rotwild.
  • Wie viele Stücke Sie erlegen dürfen, und ob Sie beim Abschussplan mitreden.
  • Welche Flächen Sie bejagen dürfen — das ganze Revier oder ein zugewiesener Pirschbezirk.
  • Wem das Wildbret gehört. Das wird häufig übersehen und macht bei mehreren Stücken im Jahr einen dreistelligen Betrag aus.
  • Welche Mitarbeit erwartet wird: Ansitzeinrichtungen bauen, Wildacker pflegen, bei Drückjagden helfen.

Ein Schein für 1.800 Euro mit Wildbret und Schwarzwildfreigabe kann günstiger sein als einer für 700 Euro, bei dem Sie zwei Rehe im Jahr bekommen und das Wildbret abgeben.

Preisspannen nach Bundesland

Die folgenden Werte sind Richtwerte aus Inseraten und Marktbeobachtung — verbindlich ist immer das konkrete Angebot.

Region Übliche Spanne pro Jahr
Nordrhein-Westfalen 800 – 3.000 €
Hessen 600 – 2.500 €
Bayern 500 – 2.500 €
Niedersachsen 500 – 2.000 €
Brandenburg 250 – 1.200 €
Mecklenburg-Vorpommern 300 – 1.500 €

Das Gefälle von West nach Ost ist deutlich und hat einen einfachen Grund: In Nordrhein-Westfalen kommen auf jedes freie Revier ein Vielfaches an Bewerbern, in der Uckermark ist es umgekehrt.

Innerhalb eines Landes entscheidet die Entfernung zur nächsten Großstadt fast alles. Im Taunus, eine halbe Stunde von Frankfurt, zahlen Sie das Doppelte von dem, was im Vogelsberg aufgerufen wird — bei vergleichbarem Revier.

Freigeschnittene Schneise in einem Kiefernbestand, am Ende eine Jagdkanzel

Entgeltlich oder gegen Mitarbeit

Nicht jeder Begehungsschein kostet Geld. Verbreitet ist der unentgeltliche Schein gegen Arbeitsleistung: Sie zahlen nichts, übernehmen dafür aber verbindlich Aufgaben im Revier.

Rechnen Sie das ehrlich durch, bevor Sie zusagen. Zwanzig Arbeitsstunden im Frühjahr, Ansitzeinrichtungen in Eigenleistung und Präsenz bei drei Drückjagden sind eine reale Gegenleistung. Wenn Sie beruflich eingespannt sind, ist der bezahlte Schein oft der ehrlichere Weg — für beide Seiten.

Ein Zwischending, das gut funktioniert: ein reduzierter Beitrag plus feste, klar benannte Aufgaben. Das vermeidet die Enttäuschung, die entsteht, wenn „hilft halt mit" unterschiedlich verstanden wurde.

Was schriftlich stehen muss

Ein entgeltlicher Begehungsschein gehört schriftlich fixiert. In mehreren Bundesländern — Hessen etwa — braucht eine Jagderlaubnis über zwölf Monate zusätzlich die Zustimmung der unteren Jagdbehörde; ohne sie ist sie unwirksam.

In den Vertrag gehören mindestens: Laufzeit, freigegebene Wildarten und Stückzahlen, die bejagbaren Flächen, die Wildbretregelung, die erwartete Mitarbeit und die Kündigungsfristen.

Wenn Sie nicht bei null anfangen wollen: Wir stellen kostenlose Vertragsvorlagen für Begehungsschein, Jagdpacht und Einzelabschuss bereit — als Ausgangspunkt, den Sie mit dem Revierinhaber anpassen.

Blick über eine Kulturlandschaft aus Feldern, Hecken und Waldinseln

Für Revierinhaber: Was ist ein Schein wert?

Die Frage von der anderen Seite lautet: Was kann ich verlangen, ohne die Bewerber zu vergraulen?

Als Faustregel deckt ein Begehungsschein einen Teil der laufenden Kosten — Pachtzins, Wildschadensersatz, Unterhalt der Einrichtungen. Wer drei Scheine vergibt, refinanziert in vielen Revieren einen erheblichen Anteil davon, gibt aber auch Freigaben ab.

Wenn Sie das für Ihr Revier durchrechnen wollen, hilft der Verdienst-Rechner: Er schätzt nach Fläche, Wildart und Nutzungsart, was sich erzielen lässt. Wie Sie Ihr Revier anschließend einstellen, steht unter Revier anbieten.

Woran Sie ein faires Angebot erkennen

Drei Anzeichen, die sich in der Praxis bewährt haben.

Der Anbieter nennt Zahlen von sich aus. Wer Abschusszahlen der letzten Jahre zeigt, hat nichts zu verbergen. Ausweichende Antworten auf die Frage „wie viel Rehwild ist gefallen?" sind ein Warnsignal.

Der Umfang steht vor dem Preis. Seriöse Angebote beschreiben zuerst, was Sie dürfen, und nennen dann die Summe. Umgekehrt wird meist etwas verkauft, das sich bei näherem Hinsehen als dünn erweist.

Sie dürfen vorher ins Revier. Eine Begehung vor der Unterschrift ist selbstverständlich. Wer das ablehnt, hat einen Grund dafür.

Wo Sie einen Begehungsschein finden

Der schnellste Weg führt über die aktuellen Jagdmöglichkeiten: Dort lassen sich Angebote nach Ort, Jagdgebiet, Art der Jagderlaubnis und Wildart filtern — auch in Regionen, in denen Sie niemanden kennen. Und wenn gerade nichts Passendes dabei ist, stellen Sie ein Gesuch ein; dann melden sich die Revierinhaber bei Ihnen, statt dass Sie suchen. Wie andere Jäger ihr Gesuch aufsetzen, zeigen die aktuellen Gesuche.

Parallel dazu lohnt der Kontakt vor Ort: Hegering, Kreisjägerschaft, Mitarbeit bei Bewegungsjagden. Das dauert ein bis zwei Jahre, erschließt dafür aber die Scheine im eigenen Umkreis, die nie inseriert werden. Beides zusammen deckt den Markt ab — eines allein nicht.

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